Ein Pestgelübde wurde zu Stein
Als 1713 die Pest Wien traf, gelobte Kaiser Karl VI., seinem Schutzheiligen Karl Borromäus eine Kirche zu bauen, falls die Stadt verschont bliebe. 1716 wurde der Grundstein gelegt, 1737 die Kirche geweiht, und 1739 war das Gesamtprojekt vollendet. Genau deshalb wirkt der ganze Bau wie ein öffentliches Versprechen in monumentaler Form.
Worauf du draußen achten solltest
Bevor du hineingehst, nimm dir auf dem Karlsplatz einen Moment Zeit. Die 74 m hohe Kuppel, der römisch anmutende Portikus, die pagodenartigen Turmdächer und die beiden 47 m hohen Reliefsäulen lassen die Fassade fast wie eine verdichtete Weltreise imperialer Bauideen wirken und nicht wie eine stilistisch einheitliche Kirche.
Was innen einen langsameren Blick belohnt
Im Inneren lohnt es sich, über den ersten Wow-Moment hinauszusehen. Die Kuppelfresken von Johann Michael Rottmayr ziehen sich über rund 1.250 m², die Orgelempore öffnet den Weg zur Terrasse, und das detaillierte Modell hilft dir, die Kirche als Skulptur statt nur als Dekoration zu lesen. Die kleine Schatzkammer fügt noch eine intimere Ebene hinzu, bevor du wieder hinaus auf den Verkehr und die Spiegelungen des Karlsplatzes trittst.