Die Ursprünge
Ursprünglich lagen am heutigen Standort von Schloss Schönbrunn beim Wienfluss in Hietzing altertümliche Windmühlen und die sogenannte Gatterburg, das Herrenhaus des Wiener Bürgermeisters. 1569 hat Kaiser Maximilian II. den Wald erworben und das gesamte Gebiet in ein Jagdgelände umgestaltet. Rund ein Jahrhundert haben sich das Waldgebiet und das dazugehörige Schloss für diesen Zweck gehalten, bis Letzteres während der Zweiten Türkenbelagerung 1683 fast vollständig zerstört wurde.
Erste Ambitionen
Nach der Zerstörung des ersten Schlosses stand am Ende des 17. Jahrhunderts schon ein Neubau an. Zwar sollte das neue Schloss Schönbrunn besonders pompös werden und auf Höhe der späteren Gloriette liegen, um mit den Prunkbauten in Versailles mithalten zu können. Das gab das Staatsbudget aber nicht her, es folgte ein vereinfachter Entwurf beim Wienfluss. Neues Leben sollte dem Schloss erst Maria Theresia einhauchen.
Entwicklung zur prachtvollen Sommerresidenz
Unter Kaiserin Maria Theresia wurde Schloss Schönbrunn das, was es heute ist. Ab den 1740er Jahren machte sie das Schlossgelände offiziell zur Sommerresidenz der Habsburger und ließ es erheblich ausbauen. Über die nächsten Jahrzehnte folgten ein Schlosstheater, in dem unter anderem Mozart spielte, der botanische Garten sowie eine Menagerie - der Grundstein für den späteren Tiergarten Schönbrunn. Ein wichtiger Kniff folgte aber später: Erst nach dem Wiener Kongress im frühen 19. Jahrhundert wurde der Fassade der ikonische Gelbton verpasst.
Ein Ort für wichtige politische Entwicklungen
Schloss Schönbrunn war alles andere als eine gewöhnliche Erholungsoase für die Habsburger. Große politische Entwicklungen fanden dort statt, wo es heute Touristen hinzieht. So hauste Napoleon im Schloss, nachdem er Wien im frühen 19. Jahrhundert besetzte. Nach dem Sturz Napoleons wiederum, während dem Wiener Kongress, war Schönbrunn Schauplatz pompöser Feste. Als mit dem Ende des Ersten Weltkriegs auch der letzte Kaiser Österreichs abdankte, unterschrieb er noch im Schloss Schönbrunn am 11. November 1918 seinen Verzicht auf die weitere Herrschaft Österreichs.
Haupteingang Schloss Schönbrunn Touristensensation
Über 1.400 Zimmer zählt das Schloss Schönbrunn, wovon die meisten nun Besucherinnen und Besuchern zugänglich sind. Die barocke Architektur und die Gärten sehen nicht nur von Außen beeindruckend aus. Auch die Innenräume sind Paradebeispiele für Kunst aus dem Barock und Rokoko sowie Stilen der Gründerzeit. Schließlich sollte die gesamte Schlossanlage repräsentativ für die Macht der habsburgischen Dynastie sein. Heutzutage können die restaurierten kaiserlichen Gemächer genauso wie die beeindruckend angelegten Gärten mit Brunnen, Statuen, Irrgarten und Labyrinth von Gästen besichtigt werden.