Rudolf IV. und der Domschatz
Der eindrucksvollste Auftakt führt zu Herzog Rudolf IV., dem Habsburger, der eng mit dem gotischen Aufstieg des Stephansdoms verbunden ist. Sein Porträt aus dem 14. Jahrhundert, das Grabtuch, Reliquiare, liturgische Geräte und mit Edelsteinen besetzte Objekte machen den Domschatz persönlich statt abstrakt, weil der Dom direkt vor der Tür steht.
Otto Mauers Blick zur Moderne
Dann wechselt die Tonlage. Die Sammlung Otto Mauer bringt Expressionismus, Anklänge an die Secession sowie österreichische und internationale Nachkriegsavantgarde in dasselbe Haus wie mittelalterliche Sakralkunst. Genau dieser Sprung prägt das Museum: Du vergleichst Glauben, Form, Zweifel und Experiment über Jahrhunderte hinweg.
Zwettlerhof und Stadtblick
Auch das Gebäude erzählt mit. Seit 1973 ist das Museum in der ehemaligen Propstwohnung im Zwettlerhof zwischen Stephansplatz und Wollzeile untergebracht. Die Wiedereröffnung 2017 nach dem Umbau von Boris Podrecca machte Eingang, Glaslift und Spiralroute deutlich offener zur Altstadt hin.
Aktuelle Ausstellung: Alles in Arbeit
Bis 30. August 2026 verleiht Alles in Arbeit dem Museum einen pointierten Gegenwartsakzent. Mittelalterliche und moderne Werke sprechen über Erwerbsarbeit, Care-Arbeit, unbezahlte Arbeit, künstlerisches Schaffen, Protest und sogar Prokrastination. Nach dem mittelalterlichen Domschatz wirkt der obere Besuchsteil dadurch überraschend aktuell.