Eine Passage für ein neues Mailand
Die Idee einer überdachten Verbindung zwischen Piazza del Duomo und Piazza della Scala nahm 1859 Gestalt an, als Mailand auf die großen europäischen Passagen blickte. Vittorio Emanuele II legte 1865 den Grundstein, 1867 wurde die noch unvollendete Galleria eröffnet, und etwa ein Jahrzehnt später war der Komplex vollendet. Auf einem kurzen Weg durchquerst du eine Stadt, die frisch geeint, ambitioniert und unverkennbar elegant erscheinen wollte.
Glas, Eisen und das Ottagono
Die große Wirkung entfaltet sich zuerst über dir: Eine Konstruktion aus Eisen und Glas überspannt eine kreuzförmige Passage von etwa 20.000 m², während das zentrale Ottagono rund 47 m hoch aufragt. Schau aber auch nach unten. Der Mosaikboden versammelt die Wappen der Casa Savoia und früherer italienischer Hauptstädte und macht aus der Einkaufspassage eine bürgerliche Landkarte unter deinen Füßen.
Mailands Wohnzimmer
Der Beiname il Salotto di Milano ergibt Sinn, sobald du unter dem Gewölbe stehst. Einheimische kürzen hier ab, Besucher:innen fotografieren, und die Tische historischer Cafés machen die Passage zur öffentlichen Bühne. Achte auf die schwarzen Schilder mit Goldschrift und auf die Mischung aus Mode, Aperitivo und Opernenergie der nahen La Scala: Hier wirkt Mailand selbst mittags schon wie für den Abend angezogen.