1916 bis 1918: Hendon wird RAF-Gelände
Der Ort wandelte sich vom zivilen Flugruhm zur militärischen Luftfahrt, als der Royal Naval Air Service 1916 das Hendon Aerodrome übernahm. Im April 1918 ging diese Welt in der neu gegründeten Royal Air Force auf. Für Besucher heute bedeutet das: Das Museum steht auf echtem Einsatzgelände und nicht bloß an einem später zufällig gewählten Ort.
1920 bis 1957: Die Jahre der Flugschauen
Nach dem Ersten Weltkrieg machte die jährliche Flugschau von RAF Hendon den Ort zu einem Publikumsereignis von enormem Ausmaß. Die Besucherzahlen stiegen von 40.000 im Jahr 1920 auf mehr als 200.000 bis 1925, und die Show lief bis 1957, abgesehen von der Unterbrechung durch den Zweiten Weltkrieg. Diese Dimension erklärt, warum Hendon in der britischen Luftfahrtgeschichte bis heute so stark im kollektiven Gedächtnis verankert ist.
1972: Das Museum eröffnet in Hendon
1962 setzte das Air Force Board das Gremium ein, aus dem die Idee für ein Royal Air Force Museum hervorging, und am 15. November 1972 eröffnete Queen Elizabeth II das Museum offiziell in Hendon. Die Eröffnungsausstellung umfasste 36 Flugzeuge, was den Standort schon damals beachtlich machte; zugleich war sie nur der Anfang einer wesentlich größeren nationalen Sammlungsgeschichte.
2018: Die Transformation zum 100-jährigen RAF-Jubiläum
Die Umgestaltung zum 100-jährigen RAF-Jubiläum im Jahr 2018 veränderte den Londoner Standort deutlich und brachte weitere 500 Objekte aus den Depots in die Ausstellung. Vor Ort ist das unmittelbar spürbar: Das Museum wirkt weniger wie eine statische Flugzeughalle und stärker wie eine weit gefasste Erzählung über RAF-Angehörige, Technik, Erinnerung und öffentliche Geschichtskultur.