Von der Stadtbibliothek zum Museum
Die Geschichte beginnt in den 1840er Jahren mit ethnografischen Objekten aus dem Umfeld der Hamburger Stadtbibliothek. 1867 wurden 645 Objekte verzeichnet, 1871 entstand daraus das Culturgeschichtliche Museum, und 1879 folgte die Umbenennung in Museum für Völkerkunde. Diese Eckdaten sind wichtig, weil sie zeigen, wie eng das Haus mit Hafenhandel, Wissenschaft und kolonial geprägtem Denken wuchs.
Der Rothenbaum-Bau von 1912
Das denkmalgeschützte Gebäude an der Rothenbaumchaussee wurde 1912 von Albert Erbe im späten Jugendstil fertiggestellt. Geplant war es nur als Teil einer größeren Anlage; deshalb trägt das heutige Museum eine leicht unvollendete historische Spannung in sich. Das erklärt auch manche Treppe, manche Seitentür und einige Kompromisse beim Zugang.
Rauru und die Pazifik-Verbindung
Rauru ist oft der Raum, der zuerst im Gedächtnis bleibt. Um 1900 in Whakarewarewa vollendet und eingeweiht, steht das Māori-Versammlungshaus seit 1912 im Museum; besonders wichtig sind seine Vollständigkeit und die fortdauernde Verbindung zu Nachkommen der Schnitzfamilien. Tritt zuerst einen Schritt zurück und betrachte dann die Schnitzereien und Farblinien genauer.
Altägypten zwischen zwei Welten
A Touch of Eternity versammelt rund 800 altägyptische Objekte mit Material aus der Zeit von 3700 v. Chr. bis 400 n. Chr. Der Rundgang trennt Alltagswelt und Unterwelt, wodurch der Besuch eher wie ein Schwellenübergang wirkt als wie eine bloße Objektfolge. Die seltenen Glasgefäße des Neuen Reiches solltest du suchen, bevor die Konzentration nachlässt.
Ein Museum, das sich neu schreibt
Der heutige Name MARKK kam 2018 nach einer Neupositionierung, die 2017 begann. Das ist mehr als ein neues Etikett: Provenienz, koloniales Erbe, Fotografie und Zusammenarbeit gehören inzwischen zum Besuch selbst. Wiederholungsbesucher sollten diese Entwicklung im Blick behalten, denn dieses Museum versteht sich nicht als abgeschlossen.