1879 auf dem Spielbudenplatz
Friedrich Hermann Faerber eröffnete das Wachsfigurenkabinett 1879 auf dem Spielbudenplatz, zu einer Zeit, als Wachsfiguren vielen Menschen Personen aus Zeitungsberichten erst anschaulich machten. Könige, Verbrecher, ungewöhnliche Körper und bekannte Persönlichkeiten gehörten damals zur selben Welt: Spektakel und visuelle Nachrichtenwand in einem.
Kriegsschäden und Neubeginn 1959
1943 nahm die Geschichte eine harte Wendung: Brandbomben zerstörten das Haus, nur wenige Figuren konnten gerettet werden. Wenige Jahre später kehrte eine kleine Ausstellung zurück; seit 1959 ist das Panoptikum im heutigen Gebäude im Stil der 1950er Jahre untergebracht. Diese Vorgeschichte gibt den fröhlichen Selfie-Räumen eine rauere Hamburger Kante.
Ein Familienmuseum in fünfter Generation
Als viele Wachsfigurenkabinette verschwanden, weil der Film die öffentliche Aufmerksamkeit übernahm, passte sich das Panoptikum weiter an. Die Familie Faerber führt das Museum in fünfter Generation und ergänzt heutige Gesichter, während die alte Wachsbild-Tradition in den Räumen sichtbar bleibt.
Wie die Wachsfiguren entstehen
Schau dir die Gesichter genau an: Eine Figur beginnt mit Recherche, Maßen und einem Kopf aus Ton; danach folgen eine Gipsform, Glasaugen, Zähne vom Zahntechniker, einzeln eingesetztes Echthaar und die Kleidung. Der Prozess dauert mindestens zwölf Monate. Genau deshalb wirken die besten Figuren im Raum beinahe anwesend.
Gesichter mit Hamburg-Flair
Die Sammlung kombiniert internationale Namen wie Taylor Swift, Ed Sheeran und Catherine, Princess of Wales mit Figuren, die besonders gut auf die Reeperbahn passen: die Beatles, Udo Lindenberg, Olivia Jones, Hans Albers und Freddie Quinn. Diese lokale Ebene lässt das Museum deutlich hamburgischer wirken als eine austauschbare Promi-Galerie.