1840: ein Wachhaus in einem wachsenden Viertel
Die Geschichte beginnt 1840, als St. Pauli noch außerhalb der alten Hamburger Stadtmauern lag und am 15. Oktober das erste kleine Wachhaus in Betrieb ging. Der Name Davidwache entstand aus der Lage rund um die Davidstraße, lange bevor er offiziell wurde. Dieser Ursprung bleibt wichtig, denn die Wache war immer stärker mit der Straße verbunden als mit einer glatten Denkmalerzählung.
1914: Fritz Schumachers Backstein-Wahrzeichen
Das heutige Gebäude wurde 1914 fertiggestellt und am 10. Dezember an die Polizei übergeben. Fritz Schumacher gab der Wache ihren althamburgischen Backsteincharakter, während Schmuckkeramik und strenge Figuren zur Davidstraße hin einen fast bühnenhaften Akzent setzen. Das Revier umfasst rund 1 km²; im Stadtbild wirkt es jedoch deutlich größer, als seine Fläche vermuten lässt.
1970 bis 2005: Name, Erweiterung und Schutz
Der Spitzname wurde 1970 offiziell, was viel darüber sagt, wie stark der Stadtteil die Wache längst für sich beansprucht hatte. 2005 folgte ein rückwärtiger Anbau, der mehr praktische Fläche schuf, ohne das historische Gesicht am Spielbudenplatz zu verändern. Für Besucher wirkt das Gebäude deshalb weiterhin wie ein altes Kiez-Wahrzeichen, während die Arbeit im Inneren ganz gegenwärtig ist.
Filmruhm auf der Reeperbahn
Die Davidwache wurde weit über gewöhnliche Polizeiarchitektur hinaus bekannt, weil ihre Lage wie geschaffen für die Kamera ist. Die Wache taucht in Film und Fernsehen auf, prägte das Bild rund um Polizeirevier Davidswache in den 1960er Jahren und hat sogar eine Miniatur im Miniatur Wunderland. Mit der Geschichte von Paul McCartney und Pete Best, die hier einmal eine Nacht verbrachten, legt sich über die Fassade eine weitere Schicht Hamburger Pop-Erinnerung.