Das Kolosseum Innen | Unsplash: Moritz Kindler Bauzeit und Fertigstellung
Der Bau des Kolosseums begann 72 n. Chr. unter Kaiser Vespian, der die Fertigstellung 80 n. Chr. nicht mehr erlebte. Seine Söhne Titus und Domitian schlossen den Bau des Kolosseums ab. Das Kolosseum wurde hauptsächlich von jüdischen Sklaven gebaut, die von römischen Ingenieuren und Handwerkern überwacht wurden. Es wird geschätzt, dass etwa 60.000 bis 100.000 jüdische Sklaven am Bau des Kolosseums beteiligt waren.
Das Kolosseum | Unsplash: Matteo del Piano Größe und Kapazität
Das Kolosseum ist das größte antike Amphitheater der Welt. Es misst etwa 189m in der Länge, 156m in der Breite und erreicht eine Höhe von über 48m. Es hatte die Kapazität zwischen 50.000 und 80.000 Zuschauer aufzunehmen.
Namensursprung
Ursprünglich hier das Kolosseum ’Flavisches Amphietheater’, da Vespian, als erster Kaiser der Flavischen Dynastie, das Kolosseum in Auftrag gab. Der Name ‘Kolosseum’ leitet sich vom lateinischen Wort ‘colosseus’ ab, was ‘kolossal’ oder ‘riesig’ bedeutet. Das Kolosseum erhielt seinen Namen aufgrund der Statue ’Der Koloss von Nero’, die sich direkt daneben befand. Schnell wurde der lange Name ‘flavisches Amphitheater' vom einfachen Wort ‘Kolosseum’ abgelöst.
Baumaterialien
Das Kolosseum wurde größtenteils aus Travertin, einem lokalen Kalkstein, und Ziegelsteinen erbaut. Travertin ist das Baumaterial für viele römische Bauten wie beispielsweise den
Trevi-Brunnen, die
Spanische Treppe, sowie die Außenmauern des
Petersdom. Es ist erstaunlich, dass das Kolosseum trotz seines Alters und der Plünderung durch Räuber und späterer Beschädigung durch Erdbeben und Feuer noch immer teilweise intakt ist.
Gladiatoren | Unsplash: Andrej Lišakov Unterhaltung im Kolosseum
Neben Gladiatorenkämpfen fanden im Kolosseum auch Tierjagden, und Nachstellungen von Seeschlachten statt. Die verschiedenen Veranstaltungen zogen Menschen aus allen Schichten der römischen Gesellschaft an.
Gladiatoren heute | Unsplash: Meg von Haartman Gratis Entertainment
Die großen Events des Kolosseums waren gratis für alle! Oft organisierten und sponserten die Kaiser selbst die Events, um an Popularität und Unterstützung der Römer zu gewinnen. Als Bonus gab es auch oft gratis Essen.
Ein Blutbad
Es ist unmöglich mit Sicherheit zu wissen, wie viele Menschen und Tier ihr Leben im Kolosseum verloren. Während der etwa 350 Jahre, sollen etwa 400.000 Gladiatoren, Sklaven, Verurteilte, Gefangene und andere Unterhalter gestorben sein. Bei den Treibjagden steigt die Zahl deutlich. Millionen von Tieren sollen im Kolosseum getötet worden sein. Es ist nicht offiziell bestätigt, aber angeblich war das Kolosseum für die Auslöschung einiger Tierarten in den angrenzenden Regionen Roms verantwortlich.
Waren die Gladiatorenkämpfe wirklich so blutig?
Im Gegensatz zur gängigen Vorstellung von blutigen Kämpfen, waren die Gladiatorenkämpfe eher wie Boxkämpfe, die wir heute kennen. Die Gladiatoren wurden nach ihrer Größe und Kampfstil in Klassen eingeteilt. Es gab Schiedsrichter und Ärzte, die den Kampf überwachten. Oft endeten Kämpfe nicht tödlich. Erfahrene Gladiatoren konnten zu Prominenten werden und hatten lange Karrieren, in denen sie Kämpfe verloren, ohne zu sterben. Dies bedeutet jedoch nicht, dass sie blutlos waren, sondern weniger brutal, als oft angenommen wird. Eine sehr große Anzahl von Gladiatoren fand jedoch im Amphitheater den Tod.
Innovative Architektur
Das Kolosseum war ein Meisterwerk römischer Ingenieurskunst. Es verfügte über ein ausgeklügeltes System von Aufzügen, Falltüren und Tunneln, um die Aufführungen zu unterstützen und die Bühnenbilder zu wechseln.
Ein Symbol des Widerstands
Im Laufe der Jahrhunderte wurde das Kolosseum zu einem Symbol für den Widerstand und die Beständigkeit Roms. Obwohl es durch Erdbeben, Plünderungen und Umweltverschmutzung beschädigt wurde, steht es noch heute als ikonisches Zeugnis der römischen Zivilisation.
Touristenattraktion
Heute ist das Kolosseum eine der beliebtesten Touristenattraktionen der Welt und zieht jährlich Millionen von Besuchern an. Es ist ein UNESCO-Weltkulturerbe und steht als lebendiges Denkmal für die Geschichte und Kultur des antiken Roms.
Wie im Film 'Gladiator'
Commodus war ein echter römischer Kaiser und ein bekannter Fan von Gladiatorenkämpfen und blutigen Sportarten im Allgemeinen. Oft trat er selbst in die Arena und kämpfte. Wenn er kämpfte, tat er dies jedoch oft gegen behinderte oder handlungsunfähige Gegner oder gegen Tiere, die ihm nicht schaden konnten. Er galt als Sadist, was ihm Antipathie von Roms Bürgern brachte und zu seinem späteren Sturz beitrug. Er starb aber nicht gegen einen Volkshelden-Gladiator in der Arena, wie es im Film dargestellt wird.
Das Ende der Gladiatorenkämpfe
Die Gladiatorenkämpfe endeten nicht wegen des Übergangs des Reiches zum Chistentum, sondern wegen der hohen Kosten. Das Kolosseum befand sich im 5. Jahrhundert in einem Zustand des Verfalls. Das Römische Reich befand sich im steilen Niedergang und die Ressourcen, die dazu benötigt wurden, um das Gebäude zu erhalten, Gladiatoren zu bezahlen und wilde Tiere zu beschaffen, waren knapp.
Anderweitig werwendet
Während seiner Geschichte wurde das Kolosseum auch als Friedhof, Ort des Gottesdienstes, Wohnstätte, Werkstätte für Handwerker und Händler, Zuhause eines religiösen Ordens, befestigte Burg und zuletzt als Touristenattraktion genutzt.
Das Kolosseum in der Politik
Das Kolosseum gilt als Symbol gegen die Todesstrafe. Wenn jemand von der Todesstrafe begnadigt wird, oder die Todesstrafe in einem Land abgeschafft wird, wird das Kolosseum in goldenen und grünen Farben beleuchtet.
Besondere Erlebnisse ab dem 20. Jdh.
Ray Charles, Billy Jones, Paul McCartney und Elton John gaben ein Konzert direkt neben oder in dem Kolosseum. Elon John’s Konzert war gratis und lockte viele Besucher:innen auf die Via dei Fiori Imperiali.
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Literatur
Beda Venerabilis, ein Theologe und Geschichtsschreiber, prägte im 8. Jahrhundert den Satz: dum colosseum stabit, Roma stabit; dum Roma stabit, mundus stabit (solange das Kolosseum steht, wird Rom stehen; solange Rom steht, wird die Welt bestehen)