1907 bis 1911: ein Tunnel für den Hafen
Als der Hafen immer weiter südlich der Elbe wuchs, brauchte Hamburg eine verlässlichere Verbindung als den wetterabhängigen Fährverkehr. 1907 wurde die Finanzierung beschlossen, im Juli begannen die Bauarbeiten, und am 7. September 1911 wurde der Tunnel eröffnet. Diese Entstehung erklärt bis heute, warum der Ort zuerst praktisch und erst dann monumental wirkt.
Was den Weg heute so besonders macht
Der Weg ist kurz, wirkt aber nicht klein. Du bewegst dich fast 24 m unter dem Fluss durch geflieste Röhren von rund 426,5 m Länge, startest an der Kuppelkulisse der Landungsbrücken und tauchst in der Arbeitswelt des Hafens in Steinwerder wieder auf. Genau dieser Kontrast bleibt im Gedächtnis.
Die Seite von Steinwerder gehört zum Erlebnis dazu
Sieh Steinwerder nicht bloß als Ausgang. Auf der Südseite öffnet sich die Hafenkante, und aus der Querung wird plötzlich ein Aussichtsspaziergang, bei dem das lokale Wahrzeichen Michel und die Skyline am Wasser zur eigentlichen Belohnung werden. Geh vor dem Rückweg noch ein Stück weiter, dann erschließt sich die Route erst richtig.
2003 bis heute: geschütztes Denkmal im Betrieb
Die Geschichte des Tunnels blieb nicht bei Nostalgie stehen. 2003 wurde er unter Denkmalschutz gestellt, und es folgten große Sanierungsschritte, darunter die Wiedereröffnung der Oströhre im Jahr 2019. Genau deshalb wirkt der Tunnel so lebendig: Er ist geschützt und funktioniert dennoch jeden Tag als echte Infrastruktur.