Ein Sommerpalast am asiatischen Bosporus
Der heutige Palast wurde zwischen 1863 und 1865 für Sultan Abdülaziz errichtet, nachdem ein älterer Holzpalast aus der Zeit Mahmuds II. abgebrannt war. An dieser Uferlinie in Üsküdar ging es um Brise, Zeremoniell und einen Blick, der ausländische Gäste auf Anhieb beeindrucken sollte. Genau diese Absicht prägt die Atmosphäre bis heute.
Die Gästeliste erklärt das Gebäude
Das war kein beiläufiger Rückzugsort. Franz Joseph, Kaiserin Eugénie, Prinz Nikola von Montenegro und Wilhelm II. wurden hier empfangen, und genau das zeigt, wie sehr der Beylerbeyi-Palast sowohl als diplomatische Bühne als auch als Sommerresidenz diente. Liest du die Räume als Inszenierungsraum, wird der Palast sofort lebendiger.
Ein türkischer Hausgrundriss in imperialer Kleidung
Im Inneren folgt der Grundriss noch immer der Logik eines türkischen Hauses, auch wenn die Dekoration osmanischen Geschmack mit starkem europäischem Einfluss verbindet. In 24 Zimmern und 6 Sälen siehst du Hereke-Teppiche, Baccarat-Lüster, importierte Uhren und Porzellan aus mehreren Ländern, alles auf kultivierte Wirkung und nicht auf bloße Größe angelegt.
Geschlossene Pavillons prägen trotzdem die Anlage
Auch wenn die Seepavillons, der Sarı Köşk, der Mermer Köşk und der Ahır Köşkü geschlossen sind, bleiben sie für das Verständnis der Anlage wichtig. Zusammen mit den Terrassengärten, die sich einst über rund 70.000 m² erstreckten, erklären sie, warum sich der Palast wie ein gestalteter Rückzugsort am Bosporus anfühlt und nicht nur wie eine Folge formaler Räume.