Ein Barockprojekt von 1715 bis 1720
Der Garten beim Vrtba-Palais entstand zwischen 1715 und 1720 für Graf Jan Josef von Vrtba; die Architektur stammt von František Maxmilián Kaňka. Skulpturen- und Freskenprogramme banden die Terrassen in ein ambitioniertes Palais-Ensemble am Petřín-Hang ein. Mit diesem Ursprung liest du den Ort als Inszenierung – nicht nur als Grünanlage.
Niedergang nach 1799 und Wiedereröffnung 1998
Die Phase der Familie Vrtba endete 1799; später wurde die Anlage zersplittert, vernachlässigt und im späten 20. Jahrhundert aus Sicherheitsgründen geschlossen. Eine große Rekonstruktion von 1993 bis 1998 stellte sowohl Architektur als auch Bepflanzungsstruktur wieder her; im Juni 1998 wurde der Garten wiedereröffnet. Diese Chronologie erklärt, warum der Ort historisch wirkt und zugleich für heutige Besucher gut lesbar bleibt.
So liest du die Terrassen heute
Die Anlage umfasst rund 3.000 m², wirkt durch den dreistufigen Anstieg aber deutlich größer, weil sich Höhe und Perspektive ständig verändern. Geh langsam vom unteren Brunnenniveau bis zur oberen Pavillonlinie und achte darauf, wie jede Ebene die Dachlandschaft von Prag neu rahmt. Genau diese Choreografie auf kleiner Fläche macht den Reiz des Vrtba-Gartens aus.