1866: Si Moussa lässt den Palast anlegen
Si Moussa, ein einflussreicher Kämmerer und Großwesir, gründete hier im Jahr 1866 die erste Residenz. Dieser frühe Kern rund um Riad Zitoun Jdid erklärt, warum der Palast eher wie eine Abfolge privater Häuser, Höfe und Gärten wirkt als wie ein streng symmetrisches Monument.
1894-1900: Ba Hmad erweitert das Labyrinth
Ab 1894 erweiterte Ba Hmad die Residenz seines Vaters zu dem Palast, den du heute besuchst; die Arbeiten dauerten etwa sechs Jahre. Das Ergebnis ist bewusst labyrinthisch: Marmorhöfe, private Gemächer, Riad-Gärten und Empfangsräume lassen Macht zugleich nah und überwältigend erscheinen.
Höfe, geschaffen für Wirkung
Der Komplex umfasst etwa 8 ha, davon rund 37.000 m² überbaute Bereiche. Du siehst nicht jeden Raum, doch die Hauptroute zeigt die entscheidende Abfolge: kleiner Riad, Marmorhöfe, großer Riad, Empfangssäle und private Pavillons.
Handwerkskunst, die noch spricht
Die Möbel sind verschwunden; umso stärker lenkt der Palast den Blick auf das Gebäude selbst. Achte auf Zellige unter deinen Füßen, geschnitzten Stuck an den Wänden, Moucharabieh-Gitter, Buntglas und bemaltes Zedernholz über dir. In den ruhigeren Nebenräumen ist das beste Detail oft nicht das größte.
Vom Protektoratsbüro zum öffentlichen Monument
Während des französischen Protektorats von 1912 bis 1956 diente der Palast der Verwaltung des Generalresidenten in Marrakesch. Nach der Unabhängigkeit ging er in die königlichen Domänen über und wurde 1998 für die Öffentlichkeit geöffnet. Die Restaurierungen nach 2023 fügen eine weitere Schicht hinzu, sodass die Besucherroute eher wie lebendiges Erbe wirkt als wie eine erstarrte Kulisse.