Der Aufbau als Doppelkirche
San Maurizio al Monastero Maggiore ist als Doppelkirche angelegt: vorn ein kleinerer öffentlicher Raum, dahinter der größere Nonnenchor jenseits der Trennwand. Genau diese Teilung prägt den Besuch. Du wechselst von der Straßenseite in die abgeschirmtere Klosterwelt, wo die bemalten Wände dichter wirken und die Stadt draußen leiser wird.
Eine Freskengeschichte auf allen Wänden
Der Freskenzyklus umfasst rund 4.000 m² und vereint Werke, die mit Bernardino Luini, seiner Werkstatt, Vincenzo Foppa, den Brüdern Campi und Simone Peterzano verbunden sind. Schau dir zuerst die weicheren leonardesken Gesichter nahe der Trennwand an; danach lassen sich die lebhafteren Kapellenszenen leichter lesen.
Die Antegnati-Orgel
Im Nonnenchor lohnt eine Pause bei der Orgel von Antegnati aus dem 16. Jahrhundert, entstanden zwischen 1554 und 1557. Sie gibt dem Raum nach den Fresken einen zweiten Mittelpunkt: geschnitztes Holz, bemalte Flügel und die Erinnerung daran, dass dies einst ein klingender Klosterraum war, nicht nur eine Bildergalerie.
Das Detail der Besozzi-Kapelle
Für eine kleine lokale Geschichte lohnt die dritte Kapelle rechts. In der
Besozzi-Kapelle ist das Martyrium der
heiligen Katharina mit einer Mailänder Erzählung über die
Contessa di Challant verbunden, die 1526 im
Castello Sforzesco hingerichtet wurde. Genau solche Details machen aus einem kurzen Besuch später Gesprächsstoff.