206 v. Chr. gegründet und später vom Imperium umgeschrieben
Publius Cornelius Scipio gründete Itálica 206 v. Chr. nach der Schlacht von Ilipa auf einem Gelände, das bereits von einer turdetanischen Siedlung belegt war. Gegen Ende des 1. Jahrhunderts v. Chr. hatte der Ort den Rang eines Municipiums, und unter Hadrian erreichte er zwischen 117 und 138 n. Chr. den Status einer Kolonie. Genau dieser lange Aufstieg erklärt, warum der Ort politisch größer wirkt, als das heutige Santiponce vermuten lässt.
Hadrians Erweiterung prägt den Rundgang bis heute
Die Hauptroute führt durch das Viertel, das im ersten Drittel des 2. Jahrhunderts n. Chr. entstand: breite orthogonale Straßen, sichtbare Abwasserkanäle, Portiken und Häuser der Elite geben dem Rundgang bis heute seine Form. Bei einer Stadtausdehnung von rund 52 ha wurde Itálica nicht auf Bescheidenheit, sondern auf Wirkung gebaut. Deshalb wirken Häuser und Straßenbreiten für eine Tagesausflugsruine ungewöhnlich groß.
Das Amphitheater ist ein Finale, nicht die ganze Anlage
Ja, das Amphitheater ist riesig: außen 153 mal 132 m, mit einer Arena von 70,6 mal 47,3 m und Platz für rund 35.000 Menschen. Noch stärker wirkt es aber, wenn du zuerst Straßen und Häuser gesehen hast, denn dann liest du es als öffentlichen Höhepunkt einer echten Stadt und nicht nur als isolierte Hülle.
Das Theater vervollständigt die Geschichte
Viele eilige Besucher bleiben beim Amphitheater stehen und verpassen das römische Theater im Ortsgebiet von Santiponce. Es wurde in der Zeit des Augustus begonnen, später unter Hadrian umgebaut und für rund 3.000 Zuschauer angelegt. So verbindet es die glänzende hadrianische Erweiterung mit dem älteren Itálica unter dem modernen Ortsraster.