Vom Tempelland zum öffentlichen Park
Das Gelände gehörte einst zum Kan'ei-ji-Tempel, und nachdem große Teile dieser religiösen Anlage im Bürgerkrieg zerstört worden waren, begann für das Areal ein neues Kapitel. 1873 wurde der Ueno Park zu einem der ersten öffentlichen Parks Japans; 1924 erhielt er als kaiserliches Geschenk an die Stadt den Namen Ueno Onshi Park. Diese vielschichtige Herkunft erklärt bis heute, warum Teile des Parks eher feierlich als rein freizeitlich wirken.
Hier bündelt sich Tokios Museumsviertel
Das ist nicht bloß ein Park mit einem Museum daneben, sondern eines der echten Kulturquartiere Tokios. Tokyo National Museum, The National Museum of Western Art und das National Museum of Nature and Science liegen alle bequem zu Fuß beieinander, sodass aus einem einfachen Spaziergang ohne Viertelwechsel ein Kunst-, Design- oder Wissenschafts-Halbtag werden kann.
Shinobazu Pond verändert das Tempo
Die Atmosphäre verändert sich sofort, sobald du Richtung Shinobazu Pond hinuntergehst. Das Wasser öffnet den Raum, Benten-do setzt eine Tempelsilhouette mitten in den Teich, und die Tretboote lassen die Gegend leichter und weniger formell wirken als die Museums-Promenade darüber. Im Sommer verleihen die Lotusblüten dieser Parkseite noch einmal eine ganz eigene Persönlichkeit.
Es ist mehr als ein Sakura-Fotostopp
Die Kirschblüte macht die Schlagzeilen, doch der Ueno Park funktioniert das ganze Jahr, weil der Besuch so vielschichtig ist. Die einen kommen für Sakura, die anderen für die Statue von Saigo Takamori, wieder andere für das von Le Corbusier entworfene National Museum of Western Art, und Familien konzentrieren sich oft auf den Zoo. Gerade weil all diese Versionen gleichzeitig Platz haben, wirkt der Park nie künstlich.