Die Grenzmauer an der Spree
Mit dem Bau der Berliner Mauer am 13. August 1961 wurde die Spree zwischen Friedrichshain und Kreuzberg Teil des Grenzstreifens. Die Mauer an der Mühlenstraße war eine Hinterlandmauer, wirkte jedoch ungewöhnlich glatt, weil die Straße als Protokollstrecke diente; ihre 3,5 m hohen Betonelemente sollten den Todesstreifen verdecken.
Die Malaktion von 1990
Nach der Öffnung der Mauer am 9. November 1989 war die zuvor verbotene Oberfläche plötzlich erreichbar. Im Frühling und Sommer 1990 malten hier 118 Künstler:innen aus 21 Ländern mehr als 100 Werke; eröffnet wurde die Galerie am 28. September 1990, kurz vor der deutschen Wiedervereinigung.
Schutz, Restaurierung und Veränderung
Die bemalte Mauer wurde im November 1991 in die Berliner Denkmalliste aufgenommen, doch Wetter, Graffiti und Betonschäden prägten bald ihre Geschichte. Die große Restaurierung 2008 und 2009 reparierte die Mauer und führte dazu, dass viele Künstler:innen ihre Werke neu malten; die Galerie von heute ist daher Erinnerung und Rekonstruktion zugleich.
Wandbilder, für die du langsamer gehen solltest
Die berühmtesten Stopps sind Dmitri Vrubels Bruderkuss und Birgit Kinders Trabant, doch nimm dir auch Zeit für stillere Werke. Hands von Margaret Hunter und Peter Russell ist besonders wertvoll, weil es eine andere Materialgeschichte bewahrt als die stark restaurierten Abschnitte.