Von der Idee des Präsidenten zur Eröffnung
Georges Pompidou brachte die Idee 1969 auf den Weg: einen Ort im Zentrum von Paris, an dem bildende Kunst, Musik, Bücher, Film und Forschung zusammentreffen. Renzo Piano und Richard Rogers gewannen den Architekturwettbewerb 1971, die Bauarbeiten begannen im Mai 1972, und der Präsident starb 1974, bevor er das Ergebnis sehen konnte. Als das Gebäude am 31. Januar 1977 eröffnete, wurde die Neugier fast sofort zu einem Pariser Phänomen.
Die Röhren sind der Lageplan
Die Fassade ist keine Dekoration, die nur technisch wirken will. Sie macht die Logik des Gebäudes öffentlich: Blau steht für Luft, Gelb für Elektrizität, Grün für Wasser und Rot für Bewegung über Rolltreppen und Aufzüge. Deshalb funktioniert eine Außenführung auch während der Schließung. Auf der Piazza kannst du das Museum lesen, bevor du es überhaupt betrittst.
Die Piazza hält die Stadt im Museum
Die breite Piazza wurde als Scharnier zwischen Stadt und Gebäude gedacht, und genau diese Aufgabe erfüllt sie auch bei geschlossenen Türen. Straßenmusik, Skater, Bauzäune, Wege zu Cafés und die nahe Fontaine Stravinsky verhindern, dass der Ort stillsteht. Beim ersten Besuch lohnt es sich, einen Schritt zurückzugehen und zu sehen, wie Beaubourg das alte Straßenmuster unterbricht, ohne das Zentrum von Paris hinter sich zu lassen.
Europas Kraftzentrum moderner Kunst
Die Sammlung bleibt der Grund, warum so viele Reisende das Centre Pompidou sehen möchten: mehr als 120.000 Werke, von Constantin Brancusi, Marcel Duchamp und Henri Matisse bis zu Frida Kahlo, Wassily Kandinsky, Niki de Saint Phalle und zeitgenössischen Szenen weit über Westeuropa hinaus. Während der Schließung geht diese Stärke auf Reisen. Verstehe Constellation als Sammlung in Bewegung, nicht als Trostpreis.