Die ersten Transporte 1933
Am 22. März 1933 kamen die ersten Häftlingstransporte in dem Lager an, das auf dem Gelände einer stillgelegten Pulver- und Munitionsfabrik eingerichtet worden war. Was in Dachau begann, wurde zu einem Modell des SS-Terrors; ab 1934 prägte das unter Theodor Eicke entwickelte System auch andere Konzentrationslager. Dieses Datum ist nicht nur eine historische Marke, sondern der Beginn einer Verfolgungsmaschinerie.
Ein Lagersystem, kein isolierter Ort
Mehr als 200.000 Häftlinge aus über 40 Nationen waren in Dachau und seinen Außenlagern inhaftiert; mindestens 41.500 Menschen starben. Bis Kriegsende stand das Lager im Zentrum eines Netzes von 140 Außenlagern, vor allem in Südbayern. Diese Dimension erklärt, warum sich das ruhige Gelände mit bloßem Blick kaum erfassen lässt.
Befreiung und schwierige Nachgeschichte
Ende April 1945 wurden mindestens 25.000 Häftlinge aus dem Lagersystem Dachau auf Märsche oder in Züge gezwungen. US-amerikanische Einheiten befreiten das Lager am 29. April 1945, doch das Gelände wurde nicht sofort zur heutigen Gedenkstätte. Es diente danach kranken ehemaligen Häftlingen, als Internierungsort und als Flüchtlingslager, bevor Erinnerung den Ort allmählich neu formte.
Die Gedenkstätte öffnete 1965
Die Initiative der Überlebenden war entscheidend. Die KZ-Gedenkstätte Dachau wurde am 9. Mai 1965 eröffnet, und eine spätere Neugestaltung führte 2003 zur heutigen Hauptausstellung. Ihr Aufbau entlang des Weges der Häftlinge führt von den historischen Fakten zu individuellen Schicksalen; deshalb lohnt es sich, in den Ausstellungsräumen nicht zu hetzen.