1338 ist die erste schriftliche Spur
Die früheste bekannte schriftliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1338 und findet sich in einem Schreiben des Inselgouverneurs an den Bürgermeister von Manacor. Diese mittelalterliche Spur ist wichtig, weil sie zeigt, dass die Höhlen lange vor dem Tourismus schon im lokalen Gedächtnis verankert waren. Was du heute besuchst, hat tiefe Wurzeln in der Vorstellungswelt der Insel.
1896 gab Lake Martel seine prägende Identität
Als der französische Speläologe Edouard Alfred Martel das System 1896 erforschte, entdeckte er neue Bereiche und den großen unterirdischen See, der heute seinen Namen trägt. Lake Martel ist etwa 117 m lang und 30 m breit - genau deshalb wirkt der Konzertbereich filmisch statt bloß dekorativ. In diesem Moment wurden die Höhlen wissenschaftlich fassbar und zugleich visuell berühmt.
1929 und 1935 machten aus Geologie Theater
1929 vollendete der Ingenieur Carles Buigas das Lichtprojekt, das bis heute den berühmten Effekt des Dawn on the Lake prägt. Seit 1935 erklingt auf Lake Martel klassische Livemusik - deshalb bewegt sich der Besuch irgendwo zwischen Höhlenexpedition und inszeniertem Spektakel. Die Wirkung ist altmodisch, ein wenig dramatisch und noch immer sehr effektiv.
Die unterirdische Dimension bleibt im Kopf
Die Route führt bis etwa 25 m unter die Erde, vorbei an Stalaktiten, Stalagmiten und Kammern, deren Namen fast demonstrativ theatralisch klingen. Die Temperatur liegt bei rund 17-21°C, also kühl, aber nicht unangenehm. Im Gedächtnis bleibt meist genau dieser Kontrast: dunkler Fels, dann Musik, dann das sanfte Gleiten oder Gehen über den See am Schluss.