Vier Kirchen vor dem Wahrzeichen
Die heutige Kathedrale ist die vierte Kirche der Stadt, die dem heiligen Isaak von Dalmatien gewidmet ist. Die erste wurde 1707 nahe der Admiralität geweiht, und Peter I. heiratete dort 1712 Katharina. Dieser frühe Holzbau lässt sich kaum vorstellen, wenn du vor Montferrands Granit und Gold stehst; gerade deshalb gibt die Geschichte dem Platz so viel Tiefe.
Ein 40-jähriges Ingenieurstück
Zwischen 1818 und 1858 errichtet, ragt die Isaakskathedrale 101,5 m auf und wirkt selbst in einer Stadt imperialer Gesten übergroß. Die Granitsäulen der Portiken sind 17 m hoch und wiegen je 114 t, das Fundament ruht auf 24.000 Pfählen. Wenn du vom Isaaksplatz hinaufschaust, steckt das Drama ebenso in der Konstruktion wie in der Dekoration.
Stein, Glas und Gold im Inneren
Im Inneren lohnt es sich, vor der Hauptikonostase innezuhalten. Malachit und Lapislazuli rahmen den Altar, während das Glasbild Auferstandener Christus 28,5 m² einnimmt, eine auffällige Wahl in einem orthodoxen Raum. Darüber breitet sich die Kuppelmalerei über 816 m² aus; der stärkste Eindruck entsteht also nicht nur beim Blick nach oben, sondern wenn sich der ganze Innenraum zusammenfügt.
Die stillere Kriegsschicht
Die Gedenkausstellung im Untergeschoss verändert den Ton des Besuchs. 1941 wurden die goldenen Kuppeln grau übermalt, und die Kathedrale wurde zum Lager für Museumsschätze, die nicht aus Leningrad und seinen Vororten evakuiert werden konnten. Nach der hellen Pracht oben verleiht diese stillere Geschichte der Isaakskathedrale ihr menschliches Gewicht.