Das Konzept von 1906 bündelte Stadtleben in einem Block
1906 vollendet und von August Endell sowie Kurt Berndt geprägt, wurden die Hackeschen Höfe als Anlage aus acht verbundenen Höfen auf rund 27.000 m² gebaut. Arbeiten, Handel, Kultur und Wohnen wurden in einer einzigen Struktur zusammengeführt. Genau deshalb wirkt der Ort bis heute eher wie ein verdichtetes Mini-Viertel als wie eine gewöhnliche Einkaufspassage. Du gehst nicht nur hindurch, sondern liest Stadtleben in Schichten.
Denkmalschutz und Sanierung hielten die Höfe lebendig
Der Denkmalschutz von 1977, der Ensembleschutz für die Spandauer Vorstadt ab 1993 und die Sanierungsarbeiten ab 1995 waren keine abstrakten Stationen der Denkmalpflege. Sie erklären ganz unmittelbar, warum die Höfe heute überhaupt noch in nutzbarer Form existieren. Ohne diese Rettung in den 1990er-Jahren wäre dieser Teil von Berlin-Mitte leicht nur ein ausgelöschter Block mit Erinnerungstafel geworden.
Der Ort funktioniert noch immer, weil er nicht glattgebügelt wurde
Kino, Theater, Cafés, Boutiquen, Büros, Wohnungen und selbst die aktuellen Fassadenarbeiten am Eingang verhindern, dass sich Hackesche Höfe wie ein eingefrorenes Denkmal anfühlen. Vorn wirkt vieles geschniegelt, doch weiter innen verhalten sich die Höfe noch immer wie echtes Berlin. Gerade diese leichte Rauheit gehört zum Reiz und macht den Ort lebendig.