Vom frühen Heiligtum zur Chiesa Nuova
Die Wurzeln des Ortes reichen bis ins späte 6. Jahrhundert n. Chr. zurück, und die Verehrung konzentrierte sich schon lange vor der heutigen Kirche auf das Bild der Madonna della Vallicella. Als der ältere mittelalterliche Bau dem Neubau der Oratorianer ab 1575 wich, wurde die heutige Kirche 1599 geweiht und ihre Fassade 1605 vollendet. Darum ergibt der römische Beiname Chiesa Nuova bis heute Sinn, obwohl die Frömmigkeit an diesem Ort viel älter ist.
Was San Filippo Neri hier verändert hat
1548 gründete San Filippo Neri die Bruderschaft für Pilger und Genesende, und die Kirche wurde untrennbar mit seinem Rom verbunden. Als Papst Gregor XIII. Santa Maria in Vallicella den Oratorianern anvertraute, verwandelte sich der Ort von einer lokalen Kultkirche in das spirituelle Zentrum einer Bewegung aus Nächstenliebe, Predigt und ganz praktischer Pilgerfürsorge. Genau diese Vorgeschichte ist einer der Gründe, warum der Ort bis heute lebendig und nicht bloß monumental wirkt.
Schau nach oben zu Pietro da Cortona
Lass dir die Aufmerksamkeit nicht zu früh von den Seitenkapellen stehlen. Hauptschiff, Kuppel und Apsis tragen den großen Zyklus von Pietro da Cortona, und die Architektur ist so angelegt, dass sich dieser Blick nach oben wie eine einzige fortlaufende Inszenierung liest. Von der Mitte der Kirche aus wirkt der Innenraum viel theatralischer, als es die vergleichsweise schlichte Außenhaut erwarten lässt.
Geh nicht am Rubens-Hochaltar vorbei
Der Hochaltar ist der eigentliche Kunstgriff der Kirche. 1608 schuf Pieter Paul Rubens das Altarbild auf Schieferplatten als schützende Abdeckung für das ältere wundertätige Bild und verband so Frömmigkeit, Technik und barocke Inszenierung in einem einzigen Objekt. Wenn du den Mechanismus an einem Samstag oder hohen Festtag in Aktion erlebst, wirkt das herrlich römisch; und selbst wenn nicht, bleibt der Altar der entscheidende Stopp, der die ganze Kirche erklärt.