Gabriele Münter war eine Schlüsselgestalt in der Entwicklung der modernen Kunst in Europa zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Zu dieser Zeit schlossen die öffentlichen Kunstschulen Deutschlands Frauen aus, weshalb sie ihren eigenen Weg einschlug. Sie wurde zu einer führenden Persönlichkeit in der avantgardistischen Kunstszene in München und im nahegelegenen Murnau und trug maßgeblich zur Gründung der Blauen Reiter bei. Diese lose und transnationale Vereinigung visionärer Künstler, Schriftsteller und Musiker erkundete, wie Farbe und Form tiefe Emotionen und spirituelle Ideen ausdrücken konnten. Während des Ersten Weltkriegs verbrachte Münter Zeit in Skandinavien, was einen reichen Austausch mit den nordischen Modernismen und Veränderungen in ihrem künstlerischen Stil zur Folge hatte. Mit ihren kühnen Flächen intensiver Farben erweckte Münter die traditionellen Genres Stillleben, Landschaft und Porträt zu neuem Leben. Ihre disruptive Praxis bot eine Alternative zu den aufkommenden Innovationen in der abstrakten Kunst, die erkennbare Formen weniger betonten. Diese bedeutende Ausstellung konzentriert sich auf die Jahre 1908 bis 1920 und hebt durch spätere Werke den anhaltenden Drang der Künstlerin hervor, zu experimentieren und sich anzupassen. Sie wird sechzig Gemälde und achtzehn Fotografien in drei Tower-Galerien präsentieren und Münters bahnbrechende und oft übersehene Beiträge zur modernen Kunst beleuchten.