Ein Flusspalast von 1937
Das Palais de Tokyo entstand für die Exposition Universelle von 1937, nach einem Architekturwettbewerb von 1934. Draußen sprechen Säulen, Terrassen und die Skulpturen um Apollo noch immer die Sprache einer Stadt, die Kultur als öffentliche Bühne inszeniert. Bleib vor dem Eingang kurz stehen; der Bau erklärt die Stimmung der Sammlung besser als das erste Wandschild.
Ein Stadtmuseum seit 1961
Das Gebäude erzählte einst zwei Geschichten moderner Kunst zugleich. Das nationale Museum eröffnete hier 1947 und zog 1977 ins Centre Pompidou; die Stadt Paris gründete dieses Museum 1961. Deshalb wirkt der Ort zugleich zentral und abseits der großen Scheinwerfer: Er trägt bedeutende moderne Kunst ohne das Beaubourg-Rauschen.
Dufys elektrischer Raum
La Fée Électricité ist der große Moment überwältigender Dimension im Museum. Für die Weltausstellung 1937 beauftragt, 1954 gestiftet und 1964 hier installiert, erstreckt sich Raoul Dufys Wandbild über 250 Tafeln und 600 m². Es ist Kunstgeschichte, Wissenschaftspanorama und ein sehr Pariser Glaube an den Fortschritt zugleich.
Moderne Kunst jenseits der Liste
Die Sammlung führt von Experimenten des frühen 20. Jahrhunderts bis zur Gegenwart, mit Picasso, Derain, Picabia, Chagall, Christian Boltanski, Philippe Parreno und Peter Doig als Teil der Erzählung. Der Gewinn ist kein einzelner Trophäenraum. Es ist das Gefühl von Paris als lebendiger Stadt der Moderne, die weiter sammelt, streitet und sich verändert.