Lutetia unter dem Platz
Die Geschichte beginnt, bevor Paris seinen heutigen Namen trug. Zur Zeit des Augustus, 27 v. Chr. bis 14 n. Chr., entwickelte sich Lutetia an der Seine; im 1. Jahrhundert n. Chr. wurden Flussinseln zum heutigen Kern der Île de la Cité verbunden. Am antiken Kai in der Krypta lohnt es sich, langsamer zu werden und sich Handel, Wasser und Schlamm vorzustellen, lange bevor Boulevards und Brücken das Bild prägten.
Die befestigte Insel
308 n. Chr. war die Insel zu einem befestigten Zentrum geworden, während das spätantike Lutetia unter dem Druck germanischer Einfälle stand. Achte auf die Stadtmauerreste und die Thermenstrukturen: Sie zeigen eine Stadt, die defensiver wurde, während das öffentliche Alltagsleben weiterhin Spuren in Stein und Heizkanälen hinterließ.
Mittelalterliche Straßen unter Notre-Dame
Als der Bau von Notre-Dame 1163 begann, füllte sich die Umgebung der künftigen Kathedrale mit Straßen, Kirchen, Häusern und Hospitalgebäuden. Die Reste nahe der rue Neuve-Notre-Dame übersiehst du leicht, wenn du eilst; dabei verbinden sie die römischen Stadtschichten mit jener gotischen Stadt, die man sich oben vorstellt.
Haussmanns umgebaute Insel
Die späteren Schichten sind ebenso aufschlussreich. Das hospice des Enfants-Trouvés entstand 1750, ein Brand beschädigte 1772 das mittelalterliche Hôtel-Dieu, und Haussmanns Umbau im 19. Jahrhundert räumte enge Gassen, bevor der Vorplatz seine heutige Form bekam. In der Krypta liest du diesen Umbruch von unten, unmittelbarer als auf einer weiteren Straßentafel.
Worauf du im Raum achten solltest
Die Krypta ist etwa 118 Meter lang, 29 Meter breit und insgesamt 2.200 m² groß, doch die stärksten Momente liegen im Detail. Achte darauf, wie der Rundgang vom Kai zu Thermen, Kellern und Abwasserkanälen wechselt; dann spürst du, wie sich die Stadt unter einem der belebtesten Plätze von Paris verwandelt.