Warum Abu Ayyub al-Ansari den ganzen Ort prägt
Das emotionale Zentrum ist hier das Grab von Abu Ayyub al-Ansari, eines Gefährten des Propheten Mohammed, dessen Tod mit der Belagerungstradition rund um Konstantinopel im Jahr 671 n. Chr. verbunden wird. Deshalb bewegt man sich hier nicht wie an einem gewöhnlichen Monument: Viele kommen zuerst zum Beten, Innehalten oder Ehrenerweisen, und das Besichtigen ordnet sich diesem andächtigen Rhythmus unter.
1458 machte Eyüp zu einem Wahrzeichen nach der Eroberung
Nach der osmanischen Eroberung von 1453 gewann der Ort neues zeremonielles Gewicht, und 1458 wurde hier die erste Moschee errichtet. Diese frühe Stiftung ist wichtig, weil Eyüp dadurch zu einem der Orte wurde, an denen das neue osmanische Istanbul seine religiöse Legitimität besonders sichtbar ausdrückte. Diese Schwere spürst du noch heute, wenn du vom Platz in das Areal trittst.
Erdbeben formten die Moschee neu, die du heute siehst
Die erste Moschee blieb nicht unverändert erhalten. 1733 wurden die Minarette neu gebaut, das ältere Bauwerk beim Erdbeben von 1766 schwer beschädigt, der Neubau begann am 9. Juli 1798, und die heutige Moschee öffnete 1800; weitere Reparaturen folgten 1823. Was du heute siehst, trägt deshalb zugleich die Erinnerung an die frühe osmanische Stiftung und die Form eines späteren Wiederaufbaus.
Worauf du im Areal achten solltest
Geh nicht sofort nur auf einen einzigen Fotowinkel zu. Achte darauf, wie Hof, Brunnen für die rituellen Waschungen, Türbenlinie, alte Schattenbäume und der Friedhofshang zusammen einen einzigen andächtigen Raum am Goldenen Horn bilden. Genau diese Schichtung lässt die Eyüp-Sultan-Moschee intimer wirken als die größeren Skyline-Moscheen Istanbuls.