Deutschlands ältestes Museum für Kunstgewerbe
Gegründet 1867, ist das Kunstgewerbemuseum das älteste Museum seiner Art in Deutschland. Dieser Ursprung prägt den Besuch bis heute: Du blickst nicht nur auf schöne Objekte, sondern auf Jahrhunderte des Herstellens, Sammelns und Lernens durch Gestaltung. Genau deshalb wirken die Räume taktiler und gelebter als ein klassischer Kunstüberblick.
Ein Bau von 1985 mit überraschendem Innenraum
Der Bau von 1985 im Kulturforum von Rolf Gutbrod kann von außen fast streng wirken, besonders neben der offenen Plaza nahe dem Potsdamer Platz. Innen öffnet sich die Stimmung zu einem großzügigen Treppenhaus und einer Folge von Galerien, die zum Umherschweifen einladen. Dieser Kontrast zwischen roher Hülle und feinen Objekten gehört zur Identität des Museums.
Der Umbau von 2014 schärfte die Erzählung
Die Modernisierung von 2012 bis 2014 durch Kuehn Malvezzi machte den Hauptstandort als zusammenhängenden Rundgang leichter lesbar. Seit der Wiedereröffnung am 22. November 2014 helfen die Modegalerie, die Designbereiche und die Räume von Jugendstil bis Art Déco dabei, auch Besucher anzusprechen, die sich zunächst vielleicht gar nicht als Kunstgewerbe-Fans verstehen.
Worauf du in den Galerien zuerst achten solltest
Achte nicht nur auf bekannte Namen, sondern vor allem auf die Kontraste: glitzernde Reliquiare und Renaissance-Handwerk, dann den Schrank von David Röntgen, die Modegalerie, die Stuhlgalerie und das moderne Design. Gerade dieser Sprung durch Materialien und Jahrhunderte ist der eigentliche Reiz des Museums. So wird der Besuch zu einer Erzählung darüber, wie Menschen in Europa wohnen, sich kleiden, Macht zeigen und leben wollten.