1737 bis 1759: gebaut für Reliquien und Frömmigkeit
Der Bau begann 1737, als Fray Alonso de Jesús y Ortega neben dem Hospital de San Juan de Dios den Bau einer neuen Kirche anstieß; 1759 wurde sie eröffnet. Das gesamte Projekt war darauf angelegt, die sterblichen Überreste des Heiligen aufzunehmen und jene Idee sichtbar zu machen, die die Basilika selbst am deutlichsten benennt: den Triumph der Nächstenliebe und der Liebe. Genau deshalb wirkt der Bau weniger wie eine neutrale Pfarrhülle und mehr wie ein sorgfältig inszenierter Akt der Frömmigkeit.
Das Retabel öffnet sich zum Camarín
Der eigentliche Geniestreich der Basilika ist kein einzelnes Kunstwerk, sondern die Art, wie Hochaltar und Camarín zusammenspielen. Das große vergoldete Retabel von José Francisco Guerrero rahmt eine Öffnung zum Raum des Heiligen, wo Silberurne, rund 190 Reliquiare, Spiegel und Vergoldungen die theatralische Raumwirkung noch vertiefen. Selbst Besucher, die meinen, im Hauptschiff bereits alles gesehen zu haben, merken meist erst hier, dass das eigentliche Drama hinter dem Altar beginnt.
Blick hinauf zur 52 m hohen Kuppel
Die ölbemalten Gewölbe über dem Hauptschiff und die 52 m hohe Kuppel gehören zum Erlebnis und sind nicht bloß Schmuck über dem Kopf. Szenen der Jungfrau Maria, des Heiligen, der Evangelisten und der Ordensgründer steigen in Schichten nach oben, weshalb der Innenraum höher und bewegter wirkt, als es die Straßenfassade vermuten lässt. Gönn dir im Vierungsbereich einen ruhigen Moment, denn genau dort erklärt sich der Bau am deutlichsten.
Achte auf die Details der Sakristei
Die Sakristei verleiht der Basilika zusätzliche Tiefe: Mahagonifronten, geschnitzter Nussbaum, große Spiegel, Keramiktafeln aus Sevilla und ein Marmortisch aus Stein von Sierra Elvira und Macael. Der Raum ist kleiner, lässt das Monument aber eher handwerklich als bloß großartig wirken. Wiederkehrende Besucher erinnern sich oft genauso lebhaft an diesen Raum wie an den Hauptaltar.