Die Entscheidung von 1504 prägt den Besuch bis heute
Im September 1504 ordneten die Katholischen Könige eine Kapelle in Granada als ihre Grablege an, und genau diese Entscheidung prägt den Besuch bis heute. Es ist also keine Kirche, die erst später durch berühmte Bestattungen Bedeutung gewann. Sie war von Anfang an als dynastisches Zeichen in der neu eroberten Stadt gedacht.
Spätgotik direkt neben der Kathedrale
Der Bau begann 1505 und war 1517 abgeschlossen. Deshalb wirkt die Kapelle anders als die Renaissanceformen nebenan in der Kathedrale von Granada. Hier ist die Stimmung spätgotisch, dichter und stärker vom Totengedächtnis geprägt. Gerade dieser Kontrast zählt zu den lohnendsten Architekturmomenten der Altstadt.
Schau nicht nur auf die Gräber, sondern denke an die Krypta
Das Marmormausoleum von Isabella und Ferdinand, vollendet von Domenico Fancelli, ist nur der sichtbare Teil des Dramas. Ihre sterblichen Überreste wurden 1521 hierher übertragen; außerdem ruhen in der Kapelle Johanna, Philipp und Miguel da Paz. Wenn du die Krypta mit in den Blick nimmst, wirkt das Monument menschlicher und weniger rein zeremoniell.
Das Museum macht die Frömmigkeit greifbar
Bleib nach den Mausoleen nicht stehen. Im Sakristei-Museum siehst du die Krone und das Zepter Isabellas, das Schwert des Königs und flämische Tafelbilder, die mit Künstlern wie Rogier van der Weyden, Dieric Bouts und Hans Memling in Verbindung gebracht werden. Hier wird aus dem dynastischen Symbol ein erstaunlich persönliches Archiv.