1942: das Versteck an der Prinsengracht
Am 6. Juli 1942 gingen Anne Frank, ihre Familie und später vier weitere Personen im hinteren Teil des Gebäudes an der Prinsengracht in den Untergrund. Die verborgenen Räume hinter dem drehbaren Bücherregal sind klein, dunkel und erstaunlich gewöhnlich; genau deshalb wirkt der Ort heute so unmittelbar.
1944 bis 1945: Verhaftung, Verlust und Rückkehr
Nach der Verhaftung am 4. August 1944 wurde das Versteck geräumt, und seine Bewohner wurden deportiert. Otto Frank kehrte im Juni 1945 allein zurück, und die von Miep Gies geretteten Tagebuchblätter wurden zum Faden, der das private Versteck mit dem heutigen öffentlichen Erinnerungsort verbindet.
1957 bis 1960: Das Haus wird gerettet und geöffnet
1957 entstand die Organisation hinter dem Anne Frank House, um das Gebäude vor dem Abriss zu bewahren. Am 3. Mai 1960 öffnete das Museum für die Öffentlichkeit. So wurde aus einem bedrohten Grachtenhaus einer der prägenden Erinnerungsorte Amsterdams.
Warum die Räume heute leer bleiben
Wenn du heute durch das Hinterhaus gehst, bleiben die Räume bewusst leer. Otto Frank wollte diese Leere sprechen lassen, nachdem alles fortgenommen worden war. Darum wirken Details wie Annes Bilder an der Wand, das drehbare Bücherregal und das Originaltagebuch größer, als ihre tatsächliche Größe vermuten lässt.