1746 bis 1834: ein langer Bauprozess
Das Endreservoir des Aqueduto das Águas Livres wurde 1746 begonnen, kam ins Stocken, wurde verändert, ab 1771 unter Reinaldo Manuel dos Santos wieder aufgenommen und erst 1834 vollendet. Carlos Mardel, der die Ankunft des Aquädukts an der Rua das Amoreiras prägte, starb 1763 noch vor Abschluss der Arbeiten. Diese lange Bauzeit erklärt, warum das Reservoir weniger wie eine einzige klare Geste wirkt als wie ein Stadtprojekt, das über Etappen verfeinert wurde.
Warum der Innenraum fast sakral wirkt
Im Inneren wirkt das Reservoir zunächst kaum wie technische Infrastruktur. Die weite Halle, das Licht, das stille Wasser und die gewölbte Decke verleihen dem Raum die Anmutung einer Kapelle oder eines Zisternenpalasts. Genau diese Überraschung macht den Reiz aus: Du kommst wegen der Technikgeschichte und findest dich in einem der eigentümlichsten meditativen Räume Lissabons wieder.
Auch das Registerhaus ist wichtig
An der Westseite liegt das Register House, wo einst die Wasserströme zu Brunnen, Fabriken, Klöstern und Adelshäusern kontrolliert wurden. Dieses Detail übersieht man leicht, doch es verändert den Blick auf den Ort. Das Reservoir war nicht bloß ein Speicher, sondern Teil eines sorgfältig gesteuerten städtischen Verteilungssystems.