Zuerst kamen Lagerhäuser und Bekleidungsindustrie
Bevor Wynwood zu einem Mural-Ziel wurde, war es ein Arbeitsviertel, geprägt von karibischer Einwanderung und Miamis Bekleidungsindustrie bis weit ins späte 20. Jahrhundert hinein. Diese Lagerhauswände wurden nicht als Leinwände gebaut; genau das machte sie später so geeignet. Du läufst durch eine alte industrielle Hülle und nicht durch eine eigens gebaute Kunstkulisse.
2002 brachte die Kunstszene ins öffentliche Blickfeld
Die Dynamik änderte sich, als der Second Saturday Art Walk und die Ankunft von Art Basel im Jahr 2002 Künstlern, Galerien und neugierigen Einheimischen einen Grund gaben, immer wieder zurückzukehren. Viele Besucher denken, Wynwood sei schon immer kreativ gewesen; tatsächlich kam das öffentliche Ritual vor der globalen Marke. Genau deshalb wirkt das Viertel bis heute nicht nur visuell, sondern auch sozial lebendig.
2009 machte die Wynwood Walls zum Katalysator
Als die Wynwood Walls 2009 von Tony Goldman gemeinsam mit dem Kurator Jeffrey Deitch geschaffen wurden, erhielt das Viertel einen Fixpunkt, den Besucher sofort einordnen konnten. Ein Outdoor-Museum für internationale Street Art machte die Gegend lesbar, und die umliegenden Blocks profitierten direkt von dieser Aufmerksamkeit. Selbst wenn du keinen zusätzlichen Ticketstopp buchst, prägt dieser Wendepunkt von 2009 bis heute die Wahrnehmung des gesamten Viertels.
2013 gab dem Viertel ein städtisches Rückgrat
Seit 2013 behandelt der Wynwood Business Improvement District die Gegend als offiziellen Kunstbezirk über 50 Stadtblocks und nicht mehr als lose Ansammlung markanter Straßenzüge. Das spürt man direkt vor Ort: sauberere Straßen, bessere Orientierung, sicherere Wege am Abend und ein Viertel, das heute Galerien, Food Halls, Brauereien, Einzelhandel und wiederkehrende öffentliche Veranstaltungen in echter Größenordnung tragen kann.